Tierleid an Ostern nicht unterstützen

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Auch an Ostern gilt es Tierqual zu vermeiden. Bitte kaufen Sie nur Ostereier und Fertigprodukte mit Ei, die aus artgerechter Haltung stammen. Verzichten Sie auf Kaninchenfleisch und verschenken Sie keine Kaninchen als Haustier.

Viele Verbraucher wissen nicht, dass Legehennen auch heute noch in Käfigen gehalten werden. In den so genannten Kleingruppen-Käfigen leben die Tiere nicht viel besser als in den seit 2009 verbotenen Batteriekäfigen. Jedem Tier steht nur ein Platz von gut einer DIN-A4-Seite zur Verfügung. In der drangvollen Enge können die Hennen sich kaum bewegen. Die Folge sind gesundheitliche Schäden, wie Fußballengeschwüre und Knochenschwäche. Arttypische Verhaltensweisen, wie das Sandbaden, Scharren oder Picken, können die Tiere in den Käfigen nicht ausleben und richten diesen Trieb gegen die Artgenossen: Federpicken und Kannibalismus sind die Folge. Kleingruppen-Käfige sind erst ab 2025 gesetzlich verboten, in Ausnahmefällen sind sie sogar noch bis Anfang 2028 erlaubt.

Vorsicht bei Ostereiern und Fertigprodukten
Bereits seit Jahren müssen frische Schaleneier nach ihrer Herkunft und Haltungsform gekennzeichnet werden. Da die Kennzeichnungspflicht nicht für gekochte und gefärbte Eier gilt, stammen diese häufig noch aus der tierquälerischen Käfiighaltung. Auch Fertigprodukte mit Ei müssen nicht gekennzeichnet werden. Positiv ist, dass viele Handelsunternehmen auf Druck von Tierschützern und Verbrauchern inzwischen freiwillige Angaben zur Herkunft der Eier machen. Laut dem Deutschen Tierschutzbund stammt der Großteil der Ostereier demnach heute aus der Bodenhaltung. Konsumenten sollten beim Kauf von gefärbten Eiern und Fertigprodukten auf deren Herkunft achten und nur Produkte wählen, die explizit aus der Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung stammen. Wenn die Herkunftsangabe fehlt, kann man davon ausgehen, dass es sich um Käfigeier handelt bzw. diese im Produkt verarbeitet sind. In diesem Fall hilft man den Tieren, indem man auf den Kauf verzichtet.

Kaninchenfleisch ist beliebt
Auch Mastkaninchen müssen für unser Essen leiden. Der hoppelnde Mümmelmann auf der grünen Wiese war gestern. Kaninchenfleisch ist heutzutage sehr beliebt - laut Deutschem Tierschutzbund werden hierzulande jährlich rund 41.000 Tonnen davon verzehrt. 25 Millionen Tiere werden für den Bedarf im eigenen Land geschlachtet. Hinzu kommen Importe aus dem Ausland. Keine Chance, diese Masse auf kleinen Höfen unter artgerechten Bedingungen zu erzeugen.

Das Leid der Mastkaninchen
Der Kaninchenbraten an Ostern stammt somit fast immer aus der intensiven Massentierhaltung. Die Tiere leben in dunklen Hallen, eng zusammengepfercht in Gitterkäfigen. Jedes Tier hat darin nur ca.  1,5 bis 2,5 DIN A4-Seiten Platz. Häufig werden die Käfige über mehrere Etagen gestapelt. Arttypische Bewegungen wie Hoppeln, Springen oder „Männchenmachen“ sind in den engen Behausungen nicht möglich und Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Kaninchen leiden unter schmerzhaften Wirbelsäulenverkrümmungen und Gelenkproblemen sowie Pfotenverletzungen und -geschwüren. Durch den Ammoniakgehalt in der Luft kann es zu Augen- und Schleimhautreizungen kommen. Die Mast förderndes, aber völlig ungeeignetes Futter verursacht bei den Tieren schwere Verdauungsstörungen. Viele Kaninchen leiden dazu an Verhaltensstörungen wie z.B. Stereotypen, Aggressionen oder gar Kannibalismus. Besonders schlimm trifft es die weiblichen Tiere: Sie müssen ihr ganzes Leben einzeln in Zuchtkäfigen verbringen. Als Zuchtmaschinen missbraucht, "produzieren" sie alle vier bis sechs Wochen Junge. Da die Mutterkaninchen sich nicht, wie in der Natur üblich, zeitweise von ihrem Nachwuchs zurückziehen können, reagieren sie oft aggressiv auf ihre Jungen und fressen sie schlimmstenfalls auf. Der hohe Vermehrungsrhythmus belastet die Muttertiere sehr, - viele werden krank oder sterben frühzeitig.

Kaninchenfleisch besser nicht!
Wer hofft, beim Kaninchen als Alternative zu Rind, Schwein oder Geflügel auf ein weniger geschundenes Tier zu treffen, irrt. Kaufen Sie nur Kaninchenfleisch bei lokalen Anbietern, bei denen Sie sich selbst von der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen können. Daneben gibt es viele leckere vegane oder vegetarische  Alternativen, die Kaninchenbraten und Co ersetzen können.

Verschenken Sie niemals Tiere!
Als Symbol für Ostern werden Kaninchen oftmals - vor allem gerne an Kinder - verschenkt. Als Fluchttiere jedoch, sind Kaninchen gerade für Kinder kein geeignetes Haustier. Die Tiere müssen außerdem versorgt und gepflegt werden, was nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld kostet. Erfahrungsgemäß lässt das Interesse bei Kindern am „tierischen Spielgefährten“ schnell nach, so dass die Versorgung an den Eltern hängenbleibt. Nach der anfänglichen Begeisterung muss das Tier am Ende häufig nur noch weg und landet im Tierheim.

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