Massentierhaltung von Oktopussen – ein Tierschutz No-Go!

Oktopusse
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Dass Oktopusse höchst intelligente Tiere sind, weiß man nicht erst seit „Inky“, einem Oktopus in einem neuseeländischen Aquarium. Damals brach „Inky“ aus seinem Gehege aus, um ein in sichtbarer Nähe gelegenes Abflussrohr zu erreichen, welches ihn direkt in den Ozean und somit in die Freiheit brachte. Eine beeindruckende Leistung!

Hohe Nachfrage
Da die Nachfrage nach Oktopus-Fleisch für den menschlichen Verzehr in den letzten Jahren stark gestiegen ist, sollen die Kraken nun in der Massentierhaltung gehalten werden. Bisher fing man die intelligenten Tiere im Meer – jedes Jahr etwa 100.000 Tonnen! Das Fangen im Meer ist jedoch sehr ressourcenaufwendig, weshalb Forscher aus Griechenland, Portugal, Mexiko und Chile seit Jahren daran experimentieren, Oktopusse in sogenannten Unterwasser-Gehegen in der Massentierhaltung zu kultivieren. Ein schwieriges Unterfangen, da die Einzelgänger aufgrund des nahen Kontaktes zu ihren Artgenossen meist sterben. Zudem haben sie in den engen Käfigen keinerlei Chance, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Sie müssen im Meer umherstreifen und immer wieder Neues entdecken, um gesund zu bleiben und ihre Intelligenz zu fördern. Außerdem konnten sowohl Selbstverstümmelung in Form von Anknabbern ihrer eigenen Tentakel und Kannibalismus aufgrund der Enge festgesellt werden.

Fragwürdige Modifikationen
Heute ist die Wissenschaft so weit, dass sie genetische Modifikationen an den Meerestieren vornehmen kann. So überleben die Kraken lange genug, um schließlich für den menschlichen Genuss getötet zu werden. 2017 berichtet die Firma „Nissui“ aus Japan erstmals über das erfolgreiche Ausbrüten von Oktopuseiern in Gefangenschaft. Ein für Tierschützer äußerst fragwürdiger Erfolg!

Auch Umwelt schwer betroffen
Doch auch für die Umwelt hätte die geplante Massentierhaltung von Oktopussen fatale Folgen. Unter anderem würde für die Unterwasser-Gehege Lebensraum für viele Meeresbewohner wegfallen. Zudem stieg die Stickstoff- und Phosphorbelastung durch tierische Abfälle. Außerdem brauchen Oktopusse viel Futter. Sie nehmen in etwa das Dreifache ihres Gewichts an Nahrung in ihrem Leben auf. Gerade die Larven ernähren sich ausschließlich von Lebendfutter. Dieses müsste erst in den Weltmeeren gefangen werden, damit die Kleinen satt werden können.

Tier- und Naturschützer hoffen nun, dass die überwiegend negativen Aspekte die Vorhaben doch noch schnellstmöglich beenden.

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