Bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht unerlässlich

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Schon seit Jahren fordern Experten und Tierschützer eine bundeseinheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Heimtiere. Eine solche Regelung würde viele Verbesserungen bringen, auch die Tierheime wären dauerhaft entlastet.

In Deutschland gibt es bis dato keine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren. Ein großes Manko, denn wenn alle Tiere ihren Besitzern unverwechselbar zugeordnet werden könnten, würde dies erhebliche Verbesserungen mit sich bringen.

Netzwerk „Kennzeichnung und Registrierung“
Experten des Netzwerks „Kennzeichnung und Registrierung“ (K&R) setzen sich schon viele Jahre für eine bundeseinheitliche Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Hunden und Katzen ein. Erst vor kurzem hatten die Fachleute ihr Anliegen im Rahmen eines Parlamentarischen Abends in Berlin erläutert und  an die anwesenden Abgeordneten des Deutschen Bundestages appelliert, endlich die Notwendigkeit einer solchen Regelung zu erkennen. Ebenfalls präsentierten sie einen konzeptionellen Vorschlag zur Umsetzung.

Viele Verbesserungen für Mensch und Tier
Viele Haustierbesitzer wissen den Vorteil einer Kennzeichnung und Registrierung ihres tierischen Schützlings zu schätzen, denn sollte das Tier einmal weglaufen, kann es anhand seiner Chipnummer über den Eintrag in einem Haustierregister schnell seinem Halter zugeordnet werden. Würde die Kennzeichnung und Registrierung bundesweit verpflichtend eingeführt, gäbe es darüber hinaus weitere Verbesserungen, vor allem in Form von Transparenz in den Bereichen Tiergesundheit, Tierschutz, Rechtssicherheit und Vollzug, Verbraucherschutz, öffentliche Gesundheit und Wirtschaftlichkeit. Durch die schnellere Rückvermittlung von Fundtieren könnten Kommunen und Tierheime dauerhaft entlastet werden. Weitere gravierende Probleme, wie beispielsweise der illegale Welpenhandel und die stetige Zunahme von Straßenkatzen, können mit einer stringenten europaweit und national harmonisierten vollständigen Rückverfolgbarkeit von Tierhaltern und Heimtieren gelöst werden.

Künftige Bundesregierung muss handeln
Dr. Hans-Friedrich Willimzik, Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes und Leiter des Netzwerks „K&R“, fordert die Politik zum Handeln auf: „Jetzt ist es an der künftigen Bundesregierung, unsere Forderung und den erarbeiteten Vorschlag zur Umsetzung zu überdenken und am Ende auch umzusetzen.“ Auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, sieht eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht als großen und wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Bis es soweit ist, appelliert der Verband an alle Tierhalter, ihre Tiere kennzeichnen und bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, kostenfrei registrieren zu lassen.

Registerverbund ohne viel Aufwand möglich
In einigen EU-Mitgliedstaaten gibt es bereits Modelle mit mehreren Haustierregistern, die in einem einzigen Datenbanksystem miteinander vernetzt sind. Eine solche Lösung wäre laut den Experten des Netzwerks „K&R“ auch eine optimale Lösung für Deutschland. So könnte auf mehr als zehn Millionen bereits registrierte Tiere aus den bestehenden Registern zurückgegriffen werden, ohne diese Daten kostenintensiv und mit hohem administrativem Aufwand erneut zu erheben. Die mit hohen Kosten verbundene Einrichtung und Verwaltung einer neuen Datenbank würde bei einem solchen Modell entfallen. Lediglich die Entwicklung einer speziellen Software, die alle Register im Verbund miteinander vernetzt, sowie die Bereitstellung eines Webservices durch alle angeschlossenen Register wären vonnöten. Tierhalter oder Finder von entlaufenen Tieren sowie öffentliche Stellen wie Städte, Gemeinden oder die Polizei könnten nach diesem Modell über individuell auf sie angepasste Abfragemöglichkeiten ihre Anfragen stellen. Darüber hinaus wäre ein solches System kompatibel mit einer europaweiten Kennzeichnung von Hunden und Katzen, wie sie vom Europaparlament seit Jahren gefordert wird. Weitere Hintergrundinformationen zur Arbeit des Netzwerks „K&R“ finden Sie hier.

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