Wildtiere gehören nicht ins Wohnzimmer!

grüne Schlange
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Die meisten wissen nicht, dass es kaum möglich ist, oftmals auch giftige Wildtiere wie Schlangen, Skorpione oder Spinnen artgerecht zu halten. Denn bisher gibt es leider keinen bundesweit einheitlichen, verpflichtenden Sachkundenachweis, was dazu führt, dass der illegale und vor allem anonyme Internethandel mit Wildtieren floriert. Nur ein Bruchteil der importierten Tiere überlebt das erste Jahr, bedingt durch Stress beim Transport und der nicht artgerechten Haltung im neuen Zuhause. Durch direkten Nachkauf wird somit der Handel noch zusätzlich angekurbelt, fatal für die anspruchsvollen Exoten. Auf der Reptilienbörse werden Tiere in kleinen Plastikboxen direkt zum Mitnehmen verkauft, dabei ist es den neuen Haltern kaum bewusst, welche enormen Ansprüche die Tiere haben und wie hoch die Kosten für geräumige Terrarien, Strom und Futter werden können.

Überforderte Halter und Tierheime
Und so landen immer wieder Wildtiere von überforderten Haltern in den Tierheimen und Auffangstationen. Laut dem Deutschen Tierschutzbund befinden sich jährlich über 6000 Reptilien in den Einrichtungen! Und auch dort fehlt es oft an Platz, Equipment und Fachwissen, eine Vermittlung in einen privaten Haushalt ist schwierig. Auch wenn diese Wildtiere vermeintlich wenig Platz brauchen und man mit Ihnen nicht Gassi gehen muss, so erfordern sie doch ein hohes Maß an Sachkenntnis und Pflege.

Bund und Länder müssen endlich Sachkundenachweis einführen
In Zukunft sollten die potenziellen neuen Besitzer vor dem Kauf nachweisen können, dass sie in der Lage sind, ein solches Tier artgerecht zu halten. Die Tierheime sind auf Unterstützung durch Bund und Länder angewiesen, damit endlich eine einheitliche Regelung gefunden werden kann. Helfen Sie mit und kaufen Sie bitte keine Exoten!

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes.

Wir suchen Mitarbeiter!

Wir nehmen ab sofort Bewerbungen auf die ab dem 1.05.2020 frei werdende BUFDI-Stelle entgegen.

Der/die Bewerber(in) muss mindestens 18 Jahre alt sein.  

Es werden ausschließlich Bewerbungen aus einem Umkreis von 25 km berücksichtigt.

Eine vollständige Bewerbung schicken Sie bitte an: info@tierheim-bettikum.de

z.Hd. Monika Provaznik

 

 

Zum 1.08.2020 bieten wir eine Ausbildungsstelle zum/zur Tierpfleger(in) für Heim-und Pensionstiere in unserem Tierheim an.

Der/die Bewerber(in) sollte mindestens 18 Jahre alt sein. Als Schulabschluss wird die FOR vorausgesetzt. Er/sie muss flexibel, verantwortungsbewusst und zuverlässig sein. Ein Führerschein (Klasse B) wäre von Vorteil.

Es werden ausschließlich Bewerbungen aus einem Umkreis von 25 km berücksichtigt.

Eine vollständige Bewerbung schicken Sie bitte an: info@tierheim-bettikum.de

z.Hd. Monika Provaznik                                                                                    

Versuchstierstatistiken auf Rekordniveau

Versuchsratte
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Mit über einer halben Millionen Versuchstieren ist Baden-Württemberg trauriger Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern. Dies ist Rekord – noch nie zuvor wurde dieser traurige Wert in Deutschland erreicht. In ganz Deutschland wurden im Jahr 2018 fast drei Millionen Tiere für Versuche missbraucht – Rekordniveau!

Traurige Erhöhung der Zahlen
Neben Baden-Württemberg „verbrauchen“ vor allem Bayern und Nordrhein-Westfalen hunderttausende Tiere im Namen der Wissenschaft. In Zahlen sind das rund 405.000 Tiere in Bayern und 400.000 in NRW. Fast die Hälfte aller in der Forschung verwendeten Lebewesen wird in diesen drei Bundesländern eingesetzt. Doch auch der Stadtstaat Hamburg sticht aus der Statistik hervor: im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Tiere hier um 57 % auf rund 264.000. Doch auch Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen und Thüringen „verbrauchten“ mehr Tiere als noch 2017. Interessant sind auch die Zahlen zum Bundesland Niedersachsen. Hier stand das Labor LPT in Mienenbüttel zuletzt stark unter Kritik, was Auswirkungen auf einen leichten Abfall der Gesamtzahlen hatte. Jedoch stieg gleichzeitig die Zahl der als Versuchstiere verwendeten Hunde, Katzen und Javaneraffen stark an.

Für die Tiere ist es höchste Zeit
Um diesen Rekordzahlen entgegenzuwirken müssten die einzelnen Bundesländer Druck auf die Bundesregierung ausüben, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Es müsse eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt werden und tierversuchsfreie Forschung gefördert werden, so Schröder weiter. Laut den Vorgaben der Europäischen Union sollen Tierversuche komplett ersetzt werden. Die Bundesregierung hat diese Richtlinien allerdings bis heute nicht korrekt in deutsche Recht umgesetzt. Daher brachte die EU-Kommission 2019 sogar ein Vertragsverletzungsverfahren auf den Weg. Für die Tiere bleibt zu hoffen, dass sich schnellstmöglich etwas ändert – jeder Tag ohne Bemühungen aus Tierversuchen auszusteigen ist für sie ein verlorener Tag.