Tierschutzwidrige Stierhatz in Pamplona

Stierkampf mit Pferd
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Jedes Jahr im Juli feiern die Menschen das „Sanfermines“-Fest, dass in Pamplona eine lange Tradition hat. Zurück geht diese auf Firminus den Märtyrer, der 272 n. Chr. in der Hauptstadt der Region Navarra in Spanien geboren wurde. Ihm zu Ehren findet neben der Stierhatz und dem Stierkampf unter anderem auch eine Prozession statt, die für Gläubige den wichtigsten Teil der Festlichkeiten darstellt.

Geht es noch um Tradition?
Ganz im Gegensatz zu den sogenannten „Mozos“, den Läufern, die bei der traditionellen Stierhatz in den kleinen Altstadtgassen mitmachen. Für sie sind die täglich meist nur bis zu drei Minuten andauernden Läufe mit den Stieren die Highlights des einwöchigen Spektakels. Traditionell startet das tierschutzwidrige Rennen um 8 Uhr morgens. Zuvor versammeln sich die Mozos am Startpunkt. Die in weiß und rot gekleideten, meist jungen Männer, beten Firminus an, um seinen Segen und seinen Schutz zu gewährleisten. Dass es den jungen Läufern in erster Linie allerdings um Religion und Tradition gehen soll, ist an diesen Tagen schwer zu glauben.

15 Tote und hunderte Verletzte
Täglich um punkt 8 Uhr werden dann sechs Stiere und vier Ochsen auf die Kopfsteinpflasterstraßen der Altstadt freigelassen. Zusammen mit den über 500 Kilogramm schweren Tieren machen sich die leichtsinnigen Mozos auf den 825 meterlangen Weg zur Arena. Für sie ist es das höchste Ziel neben den von Todesangst getriebenen Stieren herzulaufen. Kein leichtes Unterfangen, da die Tiere bis zu 25 km/h schnell werden, voller Panik sind und spitze Hörner haben. Seit 1900 sind bei der Hatz 15 Personen ums Leben gekommen, die letzte 2009. Ein amerikanischer Tourist, der die „Mutprobe“ mitmachen wollte, wurde von einem Stier so schwer verletzt, dass er nun querschnittsgelähmt ist. Doch auch die Anzahl der leicht- bis schwerverletzten Menschen ist jedes Jahr sehr hoch. Einen Preis, den die Mozos anscheinend gerne bezahlen.

Blutiger Kampf
Ziel des Laufes ist die Arena, in die die Stiere getrieben werden. Nun beginnt der Stierkampf, der bis zu 10 Stunden andauern kann. Drei sogenannte Matadore bestreiten pro Tag jeweils zwei Stierkämpfe, die für das Tier meist tödlich enden. Von der Hatz durch die Altstadt bereits verletzt und geschwächt, müssen sich die Stiere nun den Angriffen in der Arena stellen. Dabei werden sie mit Dolchen und den sogenannten „Banderillas“, harpunenähnlichen Waffen, attackiert und verletzt. Die Stiere verbluten mit der Zeit, wodurch das ängstliche Tier immer schwächer wird. Am Ende tötet der Matador den Stier, was nicht immer auf Anhieb funktioniert. Oftmals sind die Tiere noch bei vollem Bewusstsein, wenn sie aus der Arena gezerrt werden.

Aus diesen Gründen ruft unter anderem der Deutsche Tierschutzbund dazu auf, solche Veranstaltungen dringend zu meiden. Zudem finden sich im Internet Petition für ein Ende der Stierkämpfe sowie auf der Seite des Deutschen Tierschutzbundes die Adresse der Spanischen Botschaft in Berlin, an die man sich mit einem Protest-Schreiben wenden kann: https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/ausland/stierkampf/

Tierschutzproblematik Känguru-Fleisch

Känguru
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Sowohl das Fleisch als auch das Leder der Kängurus findet in Deutschland großen Anklang. Unser Land ist drittgrößter Importeur weltweit. Das Fleisch wird als Steak angeboten oder in Haustierfutter verarbeitet. Auch das Leder ist beliebt und versteckt sich in Outdoor- und Motorradbekleidung sowie in Sportartikeln. Deutsche Supermarktketten wie bspw. Lidl oder Metro sowie die Sporthersteller Adidas und Puma vertreiben immer wieder Produkte mit Känguru-Fleisch bzw. Leder. Um der Nachfrage hinterherzukommen, werden jährlich Millionen Kängurus auf meist brutale Art getötet. Wissenschaftler und Tierschützer sind von der Schonungslosigkeit und Tötung der Tiere erschrocken. Sie befürchten die Auslöschung von Beständen, da Kängurus sich sehr langsam vermehren. Hinzu kommt, dass häufig Muttertiere abgeschossen werden, die sich dann nicht mehr um ihren Nachwuchs kümmern können. Die Kleinen haben dann jedoch keine Überlebenschance mehr und versterben einsam.

Jagd im Dunklen
Zudem ist der Verzehr von Kängurufleisch sehr bedenklich. Die australischen Säugetiere sind nachtaktiv und werden somit im Dunkeln gejagt. Die Zerlegung findet entweder nachts statt oder erst am nächsten Tag. Aufgrund dessen liegt das Fleisch lange in der Hitze des Outbacks und Bakterien, wie bspw. Salmonellen, befallen das Fleisch. Um dieses wieder rein zu waschen, wird das Fleisch mit Milchsäure behandelt, was jedoch in der EU nur bei Rindfleisch durchgeführt wird und erlaubt ist.

Fehlende Einsicht
Mehr als 1,5 Millionen Kängurus werden jährlich in Australien bejagt. Damit belegen die Säugetiere den traurigen Platz 1: Kein anderes landlebendes Wildtier wird so oft getötet. Der Deutsche Tierschutzbund findet dies aus Tierschutzsicht höchst problematisch. Deshalb hat er nun an insgesamt 43 Unternehmen appelliert, ihre Känguruprodukte aus dem Angebot zu nehmen.

Leider stieß der Appell jedoch auf „taube Ohren“. „Viele der Unternehmen sind offenbar nicht bereit, selbst Verantwortung für die angebotenen Produkte zu übernehmen und verweisen lediglich auf die Nachfrage durch die Verbraucher“, sagt Anna Szczepanek vom Deutschen Tierschutzbund. „Wir raten daher den Verbrauchern – aber auch den Unternehmen – besser die Finger von Känguruprodukten zu lassen.“ Ein Unternehmen nahm sich der Kritik an und versprach, in Zukunft auf Kängurufleisch zu verzichten.

Der Deutsche Tierschutzbund, Wissenschaftler und Tierschützer weltweit hoffen, dass mehr Unternehmen vom Handel mit Känguru-Fleisch und Leder ablassen und die Bestände der sensiblen Säugetiere so nicht weiter bejagt werden und bedroht sind.

Massentierhaltung von Oktopussen – ein Tierschutz No-Go!

Oktopusse
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Dass Oktopusse höchst intelligente Tiere sind, weiß man nicht erst seit „Inky“, einem Oktopus in einem neuseeländischen Aquarium. Damals brach „Inky“ aus seinem Gehege aus, um ein in sichtbarer Nähe gelegenes Abflussrohr zu erreichen, welches ihn direkt in den Ozean und somit in die Freiheit brachte. Eine beeindruckende Leistung!

Hohe Nachfrage
Da die Nachfrage nach Oktopus-Fleisch für den menschlichen Verzehr in den letzten Jahren stark gestiegen ist, sollen die Kraken nun in der Massentierhaltung gehalten werden. Bisher fing man die intelligenten Tiere im Meer – jedes Jahr etwa 100.000 Tonnen! Das Fangen im Meer ist jedoch sehr ressourcenaufwendig, weshalb Forscher aus Griechenland, Portugal, Mexiko und Chile seit Jahren daran experimentieren, Oktopusse in sogenannten Unterwasser-Gehegen in der Massentierhaltung zu kultivieren. Ein schwieriges Unterfangen, da die Einzelgänger aufgrund des nahen Kontaktes zu ihren Artgenossen meist sterben. Zudem haben sie in den engen Käfigen keinerlei Chance, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Sie müssen im Meer umherstreifen und immer wieder Neues entdecken, um gesund zu bleiben und ihre Intelligenz zu fördern. Außerdem konnten sowohl Selbstverstümmelung in Form von Anknabbern ihrer eigenen Tentakel und Kannibalismus aufgrund der Enge festgesellt werden.

Fragwürdige Modifikationen
Heute ist die Wissenschaft so weit, dass sie genetische Modifikationen an den Meerestieren vornehmen kann. So überleben die Kraken lange genug, um schließlich für den menschlichen Genuss getötet zu werden. 2017 berichtet die Firma „Nissui“ aus Japan erstmals über das erfolgreiche Ausbrüten von Oktopuseiern in Gefangenschaft. Ein für Tierschützer äußerst fragwürdiger Erfolg!

Auch Umwelt schwer betroffen
Doch auch für die Umwelt hätte die geplante Massentierhaltung von Oktopussen fatale Folgen. Unter anderem würde für die Unterwasser-Gehege Lebensraum für viele Meeresbewohner wegfallen. Zudem stieg die Stickstoff- und Phosphorbelastung durch tierische Abfälle. Außerdem brauchen Oktopusse viel Futter. Sie nehmen in etwa das Dreifache ihres Gewichts an Nahrung in ihrem Leben auf. Gerade die Larven ernähren sich ausschließlich von Lebendfutter. Dieses müsste erst in den Weltmeeren gefangen werden, damit die Kleinen satt werden können.

Tier- und Naturschützer hoffen nun, dass die überwiegend negativen Aspekte die Vorhaben doch noch schnellstmöglich beenden.

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