Hummer als Delikatesse – ein entsetzlicher Leidensweg

Hummer Reuse
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Hummer sind Einzelgänger, in Tiefe bis zu 50 Metern suchen sie einen geeigneten Unterschlupf und verteidigen diesen auch gegen Artgenossen. Mit Drohgebärden und notfalls auch ernsten Kämpfen, denen durchaus Gliedmaßen zum Opfer fallen können, stecken Hummer ihre Rangordnung fest. Nur der Oberste hat das Anrecht auf das beste Versteck und somit die aussichtsreichsten Chancen bei der Paarung. Der Europäische Hummer kommt von Norwegen bis zum Mittelmeer vor und hat eine Lebenserwartung von bis zu 100 Jahren.

Erbarmungslose Jagd
Doch dieses Alter erreichen die wenigsten Tiere, der unstillbare und oftmals kompromisslose Hunger der Menschen auf ihr zartes Fleisch, führt zu einer gnadenlosen Jagd auf die Krustentiere. Mit Ködern bespickt, versenken die Hummerfischer zur Hauptfangsaison im Sommer unzählige Körbe und Reusen in den Küstengewässern. Gelangen mehrere Tiere gleichzeitig in die Fallen, verletzen sie sich oft gegenseitig. 10 % der Tiere werden bereits mit abgetrennten Scheren, Beinen oder Antennen aus den Körben geholt. Nachdem die Fischer den hilflosen Hummern die Scheren zusammengebunden haben, verpacken sie die Tiere zu Dutzenden in Transportkisten. Beim Großhändler landen sie dann in bis zu 4000 Tiere fassenden Tanks, die Platznot und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten sind eine Tortur für die Einzelgänger.

Lebendhälterung – wochen- und monatelang
Damit Konsumenten das ganze Jahr über mit frischem Hummerfleisch versorgt werden können, vegetieren die Tiere von nun an wochen- oder sogar monatelang auf engstem Raum mit unzähligen Artgenossen vor sich hin. Mit zusammengebundenen Scheren und ohne Futter, damit sie sich nicht gegenseitig verletzen und keine Fäkalien das Wasser verunreinigen. So zehren sie von ihren Reserven, werden von einem Großhändler zum nächsten und von einem Markt zum anderen transportiert, bis sie schließlich beim Einzelhändler oder im Restaurant landen. Dass dabei Beine gebrochen, Scheren und Antennen abgeknickt werden, wird als Kollateralschaden hingenommen und kommt zu keiner Beachtung. Die Tiere leiden oft unter akuter Atemnot, wenn sie zu lange außerhalb des Salzwasserbeckens gelagert werden und haben dadurch Schaum vor den Mundwerkzeugen. Da der Bestand an Europäischen Hummern mittlerweile dramatisch abgenommen hat, werden tonnenweise Amerikanische Hummer importiert – ebenfalls lebend, versteht sich!

Todeskampf im kochenden Wasser
Waren die vergangenen Wochen und Monate nicht schon qualvoll genug für den Hummer, so ist sein Ende an Grausamkeit nicht zu übertreffen. Nach wie vor werden die Tiere zur Zubereitung lebend in kochendes Wasser geworfen, dort kämpfen sie mehrere Minuten ums Überleben, bis sie schließlich der großen Hitze erliegen und sterben. Hummer verfügen über ein sehr ausgeprägtes Nervensystem, sie empfinden Schmerzen und fühlen somit den abscheulichen Todeskampf im kochenden Wasser in jeder einzelnen Sekunde.

Verzichten Sie auf Hummer!
Der Deutsche Tierschutzbund sagt, dass es "dem aktuellen Forschungsstand zufolge keine Betäubungs- und Tötungsmethode von Krustentieren gibt, die so schonend und zuverlässig ist, dass von einer sicheren, tiergerechten Tötung ausgegangen werden kann. Aus diesem Grund lehnt der Deutsche Tierschutzbund die Verwendung von Hummern sowie anderen kommerziell genutzten Krustentierarten als Nahrungsmittel ab." Jeder einzelne Verbraucher, der den Verzehr von Hummerfleisch ablehnt, reduziert die Nachfrage. Dass es in Deutschland immer noch erlaubt ist, die empfindsamen Krustentiere auf derart entsetzliche Art zu halten und zu töten, ist unvorstellbar. Sie jedoch können einen Unterschied bewirken und auf Fleisch von Krustentieren generell verzichten.

Unsere Tiere sagen "Danke"

Weihnachts-Boogie

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Menschen, die uns in diesem schwierigen Jahr unterstützt haben, ob mit Futter- oder Sachspenden, Geldspenden, Adoptionen, Mitgliedsbeiträgen oder ehrenamtlicher Hilfe.

Vielen Dank im Namen des ganzen Teams und unserer Schützlinge.

Wir wünschen Ihnen allen ruhige und besinnliche Feiertage und alles Gute für 2021.





Ohne Feuerwerk ins neue Jahr – den Tieren zuliebe

Feuerwerk
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Wer ein Haustier hat, kennt das sicher ganz genau: Wenn bereits zwischen den Jahren vereinzelte Böller krachen, wissen die tierischen Familienmitglieder direkt, was los ist! Und spätestens am Silvesterabend verkriechen sich Hund, Katze & Co. in irgendwelche Ecken, suchen Schutz unterm Couchtisch oder drücken sich zitternd an die Beine der Besitzer. Wenn dann ab Mitternacht das ohrenbetäubende Spektakel losgeht, durchleben unsere Haus-, und natürlich auch alle Wildtiere, die Hölle.

Halbherziges Feuerwerksverbot der Regierung
Durch die strengen Kontaktbeschränkungen sind bis zum 10. Januar 2021 Treffen nur im engsten Familien- und Freundeskreis bis maximal 5 Personen aus 2 Haushalten erlaubt. Kinder unter 14 Jahres sind davon ausgenommen. Rauschende Silvesterpartys in Clubs, Bars und Restaurants wird es daher dieses Jahr nicht geben. Am 25.11. wurde von der Regierung beschlossen, dass es Böllerverbote geben wird, aber keine generellen. Leider ist genau das die "halbherzige Einigung zum Silvesterfeuerwerk", vor dem der Deutsche Tierschutzbund noch zuvor gewarnt hatte. Ein flächendeckendes Verbot gilt nicht. Werden Knallereien aus den Innenstädten verbannt, verlagern sich diese voraussichtlich – in private Wohngegenden oder in die Natur. So würden sich die negativen Auswirkungen auf Haus- und Wildtiere sogar noch verschlimmern!

Unvorstellbare Qual für alle Tiere
Leider hat sich die deutsche Bundesregierung kein Beispiel an den Niederlanden genommen, die ein komplettes Verbot durchgesetzt haben. Und somit werden die meisten Tierarten aufgrund ihres sensiblen Gehörs erneut unter Raketen und Knallern leiden. Sie geraten in Panik, Freigängerkatzen werden um die Silversterzeit vermehrt als vermisst gemeldet, Wildvögel verlassen unter erheblichem Stress ihre Schlafplätz. Panische Fluchtversuche von Pferden beispielweise, können besonders tragisch enden, wenn die Tiere sich in Todesangst bei einem Ausbruchsversuch verletzen oder gar auf Straßen laufen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert schon seit langem ein generelles Feuerwerksverbot aus Tierschutzgründen! Auch die Brandgefahr darf nicht außer Acht gelassen werden, gerade in Waldgebieten oder im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Ganz zu schweigen von den Unmengen an Schadstoffen, die beim Abbrennen unsere Luft und Umwelt belasten. Das Umweltbundesamt berichtet, dass jährlich "rund 2.050 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt" werden und dass am 1. Januar vielerorts die Feinstaubbelastung so hoch ist, wie sonst im ganzen Jahr nicht.

Helfen auch Sie mit!
Verzichten auch Sie auf das Abbrennen von Feuerwerk und schützen Sie somit unsere Tiere und Umwelt. Und auch die eigene Gesundheit. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in neue Jahr 2021!