Mulesing – das grausame Verstümmeln von Merinoschafen

Merinoschaf bei der Schur
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Das Merinoschaf in Australien wurde dafür gezüchtet, sehr viel Wolle zu tragen und somit den wirtschaftlichen Profit für die Farmer zu steigern. Doch wie die meisten auf maximalen Gewinn ausgelegten Züchtungen, leiden die Tiere darunter und müssen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein oftmals schmerzerfülltes Leben fristen.

Fliegenmaden fressen sich in die Haut
Im Falle der Merinoschafe sind die Auswirkungen fatal: die vielen angezüchteten Hautfalten erhöhen zwar die Wollmenge, diese sind jedoch besonders anfällig für den Befall von Fliegenmaden. Durch die dichte Wolle schwitzen die Tiere mehr und die Feuchtigkeit sammelt sich in den unbelüfteten Hautfalten an. Ein idealer Nährboden für die Eier der "Sheep Bowfly" (Lucilia cuprina) sind die schmutzigen Hautfalten um die Afterregion. Die geschlüpften Maden fressen sich in die Haut des Tieres, es kommt zu schweren Entzündungen und schlimmstenfalls verendet es qualvoll. Laut der National Farmers Federation würden 3 Millionen Schafe jährlich am Fliegenmadenbefall sterben, wenn man sie nicht dem sogenannten Mulesing unterziehen würde.

Was ist Mulesing?
Um dem Madenbefall vorzubeugen, werden den Lämmern die Hautfalten um die Afterregion handtellergroß mit einer Schere weggeschnitten. Vielerorts immer noch ohne Betäubung und anschließende Wundversorgung! Die Wunde vernarbt faltenfrei, an den glatten Stellen wächst keine Wolle mehr und lockt somit (bestenfalls) keine Fliegen mehr an. Aus Tierschutzgründen ist dieses grausame Verfahren strikt abzulehnen, dennoch sind erst 10 % der australischen Wolle Mulesing-frei.

Wollindustrie schaut tatenlos zu
Bereits 2004 beschlossen Delegierte der australischen Wollindustrie das Verstümmeln der Schafe bis 2010 abzuschaffen, der Termin wurde aber im Nachhinein abgesagt und bis heute kein neuer angesetzt. In Neuseeland und Südafrika ist Mulesing verboten und in Argentinien nicht üblich. Auch in Deutschland darf das Verfahren nicht angewendet werden, die Merinolandschafe machen etwa 30 % der hier vorkommenden Schafsrassen aus, sie haben jedoch keine Hautfalten und ihre Wolle ist gröber.

Alternativen "lohnen" sich wirtschaftlich nicht
Seit 2010 werden laut dem Verband der australischen Wollfarmer 60 % des Mulesing mit Betäubung durchgeführt, um das Tierleid ernsthaft zu verhindern müssen jedoch alternative Ansätze verfolgt werden. Beispielsweise würde eine Zucht hin zu weniger Hautfalten und Bewollung an der After- und Genitalregion das Problem direkt an der Wurzel packen. Behandlungen mit Insektiziden und mehrmaliges Stutzen des Fells an den gefährdeten Stellen, stellt ebenfalls eine Alternative zum Mulesing dar.

Proteste und Boykotte zahlen sich aus!
Als Verbraucher kann man sich genau erkundigen, woher die Wolle im gewünschten Produkt stammt und vom Kauf absehen, wenn sie von Mulesing-betreibenden Farmen kommt oder es nicht klar deklariert ist. Mittlerweile haben viele Boykotte und Proteste von Tierschützern dazu geführt, dass Handelsketten die Verarbeitung von Mulesing-Wolle eingestellt haben. Über 100 internationale Marken sprechen sich gegen das Verstümmeln der Lämmer aus. Helfen auch Sie mit und kaufen Sie keine Kleidung mit australischer Merionowolle von Mulesing-Farmen!

Wildtiere im Zirkus – generelles Verbot einzig vertretbare Option!

Tiger Nahaufnahme
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Landwirtschaftsministerin Klöckner kündigte Anfang August 2020 einen Gesetzesentwurf für ein Verbot "problematischer Tierarten“ im Zirkus an. Sie nennt als Beispiele hierfür Giraffen, Flusspferde und Nashörner. Sollte es bei diesen Tierarten bleiben, so wäre dieses Verbot nicht einmal ein Hauch nicht Nichts. Es beträfe gerade einmal 3 Individuen, denn es gibt 2 Giraffen und ein Flusspferd, welche derzeit in Deutschlands Zirkussen auftreten.

Mit gutem Beispiel voran: Belgien, Niederlande und Österreich
Während in Europa bereits mehr als 20 Länder Wildtiere im Zirkus teilweise oder sogar ganz verbieten, blieb Deutschlands Regierung weiterhin untätig, obwohl sich die Mehrheit der Agrarminister im letzten Jahr für ein Wildtierverbot ausgesprochen hatte. Schon lange werden die beengten Haltungsformen damit gerechtfertigt, dass die Tiere durch Auftritte und Dressur ausreichend ausgelastet wären. Diese These ist nicht wissenschaftlich belegt und höchst umstritten.

Dressur unter Schmerzen
Ein generelles Wildtierverbot in Deutschlands Zirkussen bleibt somit die einzig vertretbare Option! Denn auch bei der Haltung von Großkatzen, Elefanten, Primaten, Seelöwen, Zebras und Straußenvögel gibt es eklatante Missstände. Die Dressur von Wildtieren erfolgt immer unter Zwang und Gewalt! In freier Wildbahn würden die Tiere die unnatürlichen Bewegungen nie ausführen, zu denen sie mit Hilfe von Peitschen, Elefantenhaken, Stöcken und Gerten gezwungen werden. Sie sind meist schwer verhaltensgestört und es kommt immer wieder zu Ausbruchsversuchen und schweren Verletzungen an Tieren und Menschen. Über 50-mal im Jahr wechseln Zirkusse ihren Standort, die Tiere werden oftmals auf Asphalt und in engen Käfigen gehalten. Ein grausames Leben und Ausbeutung bis zum letzten Atemzug …

Helfen auch Sie:
Bitte besuchen Sie niemals Zirkusvorstellungen mit Tieren und sprechen Sie auch mit ihren Freunden oder Verwandten über dieses brisante Thema. Es gibt tierfreundliche Alternativen, beispielsweise verzichtet der Circus Roncalli seit 2018 komplett auf Tierdressur. Helfen Sie mit zum Wohl der Tiere!

Mähroboter – lautlose Gefahr für Heim- und Wildtiere

Igel im Gras
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Praktisch ist ein Roboter, der alle paar Tage nach einem fest eingestellten Rhythmus den Rasen mäht, vorzugsweise abends oder nachts, wenn sich Gartenbesitzer und deren Kinder nicht auf den Grünflächen aufhalten. Für Igel und auch andere Kleintiere stellen sie jedoch eine tödliche Gefahr dar.

Zusammenrollen bei Gefahr
Wittern Igel eine Bedrohung, z. B. durch ein Raubtier, so rollen sie sich blitzschnell zu einer stacheligen Kugel zusammen. Dies mag Fressfeinde abhalten, im Falle eines nahenden Mähroboters jedoch ist es eine tödliche Falle. Denn Igel laufen nicht weg, sondern verharren in ihrer Schutzposition auf der Stelle. Und werden somit von Mährobotern einfach überrollt. Grausame Verletzungen sind die Folgen, die Igel werden skalpiert oder gar zerhäckselt und die meisten sterben daran. Immer mehr Auffangstationen melden entsetzlich verstümmelt Igel und zahllose Ehrenamtliche kämpfen Tag für Tag um das Überleben der kleinen Stacheltiere. Auch andere Kleintiere, wie Kröten oder Echsen und sogar Insekten, werden von den Robotern einfach niedergemäht.

Gravierende Sicherheitsmängel
Bereits 2018 hat die Stiftung Warentest gefährliche Programmierungs- und Sensorenprobleme an den Geräten festgestellt, einige Roboter machten sogar vor einem stehenden Kinderdummy nicht halt und hinterließen tiefe Schnitte in dessen Schuhe. Auch im Test von 2020 weisen sämtliche Modelle immer noch gravierende Sicherheitsmängel auf und schnitten nicht besser als "befriedigend" ab. Keiner der getesteten Roboter erkannte einen liegenden Kinderarm! Viele Gartenbesitzer wissen um diese Gefahren für Kinder oder auch schlafende Haustiere und lassen ihren Roboter in der Dämmerung oder Nacht laufen … dann, wenn sich Igel & Co. auf die Futtersuche begeben.

Naturnahe Gärten – weniger mähen
Aus all diesen Gründen sollte jeder Gartenbesitzer die Anschaffung eines Mähroboters genau überdenken. Von den Gefahren für Kinder und Wildtiere abgesehen, bietet ein ständig getrimmter Rasen auch keinerlei Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Wenn im Garten Wiesenblumen und Kräuter wachsen dürfen und nicht mehr als sechs bis zehn Mal pro Jahr gemäht wird, tut man der Natur und seinen tierischen Bewohnern einen großen Gefallen.  Wer gar nicht auf die autonome Hilfe eines Rasenroboters verzichten will, der sollte sein Gerät während des Betriebs beaufsichtigen und davon absehen, es nachts laufen zu lassen.