Die Qual der Seidenraupen

Kokons der Seidenraupen
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Bereits vor über 5000 Jahre wurden in China Seidenraupen gezüchtet und die Seide selbst ist bis heute das teuerste Gewebe. Um die Produktion zu maximieren, wurde die Raupe auf Hochleistung gezüchtet. Es entstand der Maulbeerspinner (Bombyx mori), der sich hauptsächlich von Maulbeerblättern ernährt und komplett auf menschliche Hilfe angewiesen ist. Die Art ist so empfindlich was Temperaturschwankungen oder andere Veränderungen ihrer Umwelt angeht, dass sie in freier Natur überhaupt nicht überleben würde. Des Weiteren wurde ihnen die Flugfähigkeit weggezüchtet.

Wie entsteht Seide?
Auch der Seidenspinner durchläuft wie jeder Schmetterling die Verwandlung vom Ei über die Raupe bis hin zur Puppe und schließlich zum geschlüpften Falter. Die Seidenindustrie jedoch benötigt einen durchgehenden Faden, daher werden die Tiere noch in der Puppenphase getötet. Denn beim Schlüpfen verätzen die Tiere den Kokon mit ihrem Speichel, um durch das so entstandene Loch nach draußen zu gelangen und dieser Vorgang zerstört den endlosen Seidenfaden. Das Töten der Puppen im Kokon erfolgt entweder durch kochendes Wasser oder in Spezialöfen mit Wasserdampf. Eine grausame Prozedur …

Grausam und ineffizient – die Seidenindustrie
Nachdem die Tiere im Inneren der Kokons abgetötet wurden, beginnt die eigentliche Produktion der Seide. Von Hand oder mit Maschinen wird der Faden abgewickelt, mit mehreren verzwirnt und zu einem Garn aufgerollt. Um es von den natürlichen Kleberesten der Seidenspinner zu befreien, wird der Faden aufwändig gereinigt. Nun kann die Seide gefärbt und zu Kleidung, Teppichen oder Accessoires weiterverarbeitet werden. Für ein einzelnes Gramm Seide sterben 15 Tiere! Um den weltweiten Bedarf von jährlich knapp 200 000 Tonnen Rohseide zu decken, müssen dafür fast 3 Billionen Seidenraupen ihr Leben lassen. Eine erschreckende und grausam hohe Zahl!

Auch wirbellose Tiere empfinden Schmerz!
Forschungen haben klar gezeigt, dass auch wirbellose Tiere Schmerzen und Leid empfinden können. Vor allem Hummern wurde jahrzehntelang abgesprochen, dass sie überhaupt Schmerzen haben, wenn man sie ins kochende Wasser wirft. Heute ist dies ganz klar widerlegt, sie fühlen jede qualvolle Sekunde im Kochtopf! Küchenschaben beispielweise zeigen in Tests mit Elektroschocks schmerzvermeidendes Verhalten und auch die Raupen der Seidenspinnen kriechen wild in ihren Kokons umher, wenn man sie ins kochende Wasser wirft. Tierschutz macht keine Unterscheidung zwischen den Tieren einzelner Klassen und daher sind auch Insekten wie die Seidenspinner unbedingt schützenswert!

Greifen Sie auf Alternativen zurück!
Heutzutage gibt es einer Reihe von pflanzlichen und synthetischen Fasern, die dem Hautgefühl und der Weichheit von Seide überraschend nahekommen. Nylon oder Polyester beispielsweise imitieren den Glanz der Seide perfekt und auch Agavenfasern oder Sojaseide können zu zarten Stoffen verarbeitet werden. Besonders auf dem Vormarsch liegen umweltschonende Lyocellfasern wie Tencel oder Modal, die sich ganz weich und geschmeidig auf der Haut anfühlen. Auch Seidengarne, die mit Hilfe von biotechnologischen Verfahren die Eigenschaften tiereischer Seide kopieren, können in Zukunft Billionen Seidenraupen das Leben retten. Wenn Sie den Wunsch nach Textilien aus Seide verspüren, greifen Sie bitte zu Alternativen und helfen Sie dabei, das Leid der Raupen zu verhindern.

Lachszucht der Zukunft auf dem Land?

Lachs springend in einem Fluss
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Schon lange reicht der Fischfang allein nicht aus, um den steigenden Bedarf der Weltbevölkerung an Fisch zu decken. Der weltweite Pro-Kopf-Wert erreichte 2020 ein Rekord-Niveau: 20,5 Kilogramm Fisch isst jeder Mensch im Schnitt pro Jahr! Bereits in der 1970er Jahren starteten die ersten Versuche, Fische gezielt in Aqua-Kulturen zu züchten, um die weitere Dezimierung der Fischbestände und die Überfischung zu verhindern. Heute stammen 52 % der Fische für den internationalen Konsum aus Aquakulturen.

Fischzucht für den maximalen Profit
Bisher machen ein Großteil der Aquakulturen die sogenannten "offenen Systeme" aus: Die Anlagen werden in die natürliche Umgebung integriert. Mittlerweile sind landgestützte Fischfarmen auf dem Vormarsch, beispielsweise die Anlage "Bluehouse" in Florida. Weit weg von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, schwimmen dort fünf Millionen atlantische Lachse in überdachten Tanks im Kreis. Das Unternehmen plant eine Produktion von 222 000 Tonnen Fisch pro Jahr bis 2031, was 41 % des jährlichen Lachskonsums in den USA entsprechen würde.

Stumpfes Leben im Kreis
Wie jedoch geht es den Tieren in den Indoor-Aquakulturen? Die Manager und Ingenieure der Firmen sprechen sich für mehr Gesundheit und eine geringere Sterblichkeitsrate bei ihren Fischen aus, im Gegensatz zu den Tieren in traditionellen meeresbasierten Fischfarmen. Denn die "rezirkulierenden Aquakultur-Systeme" (RAS) steuern Temperatur, Salzgehalt, pH-Wert und Sauerstoffgehalt des Wassers. Des Weiteren werden künstliche Strömungen und Beleuchtungszyklen erzeugt sowie das Wasser wiederaufbereitet. Somit wird ein geschlossenes System gebildet, die Lachse sind keinen Krankheiten oder Parasiten aus dem Meer ausgesetzt und benötigen daher auch keine Behandlung mit Antibiotika oder Pestiziden. Die Betreiber der Anlage "Bluehouse" betonen, dass Indikatoren für das Wohlergehen der Lache, wie die Flossenform und die Schwimmgeschwindigkeit, regelmäßig überwacht werden.

Das große Elend der Fische
Dennoch sind landgestützte Fischfarmen als kritisch zu betrachten. Nicht nur, dass durch Konstruktionsprobleme immer wieder Fische sterben oder "notgeerntet" werden müssen, es handelt sich bei den Tieren um fühlende Lebewesen! Es steht außer Frage, dass Fische als Wirbeltiere zu Freude und Schmerz fähig sind und die Zucht, um den Konsum der Menschen zu befriedigen, ist generell in Frage zu stellen. Egal ob die Tiere auf dem Land oder im Meer gezüchtet oder zu Tonnen aus ihrem natürlichen Lebensraum gefischt werden, es bleibt ein grausames Verbrechen an ihnen selbst. Nur das häufige Streichen von Fisch und auch Meeresfrüchten vom Speiseplan oder der Umstieg auf eine komplett pflanzenbasierte Ernährung kann in Zukunft das Leiden von Milliarden Tieren verringern und hoffentlich irgendwann ganz beenden!

Tödliche Falle – Hitzschlaggefahr im Auto

Hund trinkt aus Wasserflasche
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Bitte lassen Sie unter keinen Umständen Hunde im Sommer im Auto zurück, auch nicht für wenige Augenblicke. Bereits fünf Minuten reichen aus, dass Hunde im überhitzten Auto einen Hitzeschock erleiden. Im schlimmsten Fall führen Sauerstoffmangel und Kreislaufversagen zum Tod! Da die Tiere nicht wie wir Menschen über die Haut schwitzen können, reagieren sie sehr empfindlich auf Hitze und die Abkühlung allein durch Hecheln reicht nicht aus.

Im Ernstfall sofort handeln!
Sollte Ihnen ein im Auto zurückgelassener Hund in Not auffallen, so rufen Sie umgehend die Polizei oder Feuerwehr. Suchen Sie nach dem Halter des Fahrzeugs, aber achten Sie weiterhin unbedingt auf den Zustand des Tieres. Sollte sich dieser rapide verschlechtern und noch keine Rettungskräfte eingetroffen sein, schlagen Sie die Scheibe mit einem Stein ein. Auch wenn das Einschlagen einer Scheibe als Sachbeschädigung gilt, bleibt die Tat jedoch straflos, wenn es sich um einen "Notfall" handelt. Das Leben des Tieres sollte hier stets an erster Stelle stehen.

Hitzschlag beim Hund - erste Hilfe
Anzeichen für einen Hitzschlag sind starkes Hecheln, Erbrechen, ein glasiger Blick und eine dunkle Zunge. Dann muss sofort gehandelt und das Tier befreit werden! Der Hund sollte sofort in den Schatten gebracht und mit nicht zu kaltem Wasser versorgt werden. Falls zur Hand, breiten Sie nasse, handwarme Tücher auf dem Tier aus. Auch wenn sich der Zustand des Hundes verbessert, ist die Vorstellung bei einem Tierarzt unabdinglich.

Konsequenzen für fährlässige Tierhalter
Tierhaltern, die ihren Hund bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurücklassen, droht eine Anzeige wegen Tierquälerei. Die Tat kann mit einer Freiheitsstrafe von ein bis drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Selbstverständlich sollten auch keine Katzen oder Kleintiere im Sommer im Auto zurückgelassen werden, auch ihnen droht innerhalb kürzester Zeit ein Hitzschlag. Nehmen Sie daher im Sommer immer Ihre Tiere mit zum Einkaufen & Co. oder lassen Sie diese gegebenenfalls ganz Zuhause.