Gesetzlicher Hunderassismus muss ein Ende haben

American Staffordshire Terrier
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Kampfhunde, Listenhunde oder gefährliche Hunde: Es gibt viele Bezeichnungen, die einzelne Rassen direkt in Schubladen stecken. Dabei kommt kein Hund aggressiv oder blutrünstig auf die Welt. Und schon gar nicht ist eine bestimmte Rasse per se gefährlich. Ob ein Hund gefährlich oder aggressiv wird hängt von verschiedenen Gründen ab. Beispielsweise können Erfahrungen, Haltung, Sozialisierung oder Krankheit zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Die Genetik selbst spielt eine sehr geringe Rolle dabei. Auch Behauptung, dass "Listenhunde" eine höhere Bisskraft hätten stimmt so nicht. Das Kiefergelenk ist bei allen Hunden gleich und jeder große Hund kann einen Menschen lebensgefährlich verletzen. Ob das jetzt ein Schäferhund, Ridgeback, Pitbull, Golden Retriever oder eine Dogge ist. Das Institut für Tierschutz und Verhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat in einer Langzeitstudie herausgefunden, dass der Bullterrier zu den freundlichsten Hunden überhaupt zählt.

Erziehen statt politisieren!
Die Politisierung des ganzen Themas in Zusammenhang mit der Erhebung einer exorbitant hohen Hundesteuer und kaum zu erbringenden Auflagen ist absurd. Es entstehen Klischeebilder in den Köpfen der Menschen über die Hunde selbst, aber auch über deren Halter. Es ist mehr als überfällig, dass diese Politisierung ein Ende findet und der gesetzliche Hunderassismuss abgeschafft wird! Für jedes Tier sollte individuell geklärt werden, ob es gefährlich ist oder nicht. Auch ein Hundeführerschein für jeden Hund wäre denkbar, egal welche Rasse und egal ob groß oder klein. Erziehung ist und bleibt das A und O in der Hundehaltung. Und wie sieht es mit Fallbeispielen aus? Was sagen die Zahlen? In der jährlich veröffentlichten Beißstatistik, und zwar in jeder seit der Einführung der Listen, spielen die sogenannten Kampfhunde kaum eine Rolle. Über 90 % aller Verletzungen an Menschen und Tieren werden von nicht-gelisteten Hunderassen verursacht. Warum also wird an den Listen weiterhin festgehalten?

Betroffene Rassen kaum vermittelbar
Auch der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Erhebung einer Hundesteuer grundsätzlich und insbesondere eine erhöhte Hundesteuer für bestimmte Rassen ausdrücklich ab. Das Vorgehen sei ungerechtfertigt und ungeeignet, Probleme mit gefährlichen Hunden zu lösen und erzielt keinerlei Gefahrenprävention. Oftmals können sich auch gewissenhafte Hundehalter ihre unauffälligen Hunde finanziell nicht mehr leisten und geben sie in Tierheime ab. Dort haben selbst freundliche Hunde betroffener Rassen in vielen Gemeinden auf Grund hoher Auflagen und Steuersätzen kaum noch eine Vermittlungschance. Aus Tierschutzsicht ein fataler Kreislauf, der nur durch Abschaffung der gesetzlichen Rassentrennung endlich eingedämmt und hoffentlich eines Tages ganz beendet werden kann.

Stimmen Sie ab – Vogel des Jahres 2021

Goldregenpfeifer
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Bereits seit 1971 wird in Deutschland der Vogel des Jahres gekürt und war Vorbild für viele weitere Wahlen dieser Art. Unter dem Oberbegriff „Natur des Jahres“ kann man für Tiere, Pflanzen und auch Biotopen abstimmen und damit auf deren Gefährdung aufmerksam machen.

Jede Stimme zählt!
Zum ersten Mal können sich nun auch bundesweit alle Menschen an der Wahl zum Vogel des Jahres beteiligen. Unter den zehn Nominierten befindet sich auch der Goldregenpfeifer, um den es besonders schlecht steht. In weiten Teilen Europas sinken seine Bestände drastisch, ausgelöst durch die Zerstörung seiner Lebensräume Moor und Sumpflandschaft. In Deutschland gibt es nur noch 20 Brutpaare, die nur durch gezieltes Schutzmanagement vom Aussterben bewahrt werden.

Unsere Zukunft hängt auch vom Artenschutz ab!
Wer gewinnt dieses Mal die Wahl? Stadttaube, Eisvogel, Goldregenpfeifer oder Kiebitz? Stimmen Sie hier ab und unterstützen Sie mit Ihrer Stimme den Artenschutz!

Pandemie löst Haustierboom aus

Katze im Homeoffice
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Die Sehnsucht nach einem Haustier ist im Coronajahr 2020 extrem angestiegen, befeuert durch Lockdowns und drastische Kontaktbeschränkungen. Tierheime vermelden mehr Anfragen nach Hunden, Katzen oder Kleintieren, doch auch der illegale Welpenhandel boomt.

Und was passiert mit all den neuen Haustieren, wenn uns die Pandemie nicht mehr so massiv einschränkt?

Viel Zeit für ein Haustier
Wer bisher keine Zeit für ein eigenes Haustier hatte, hat diese während den wiederkehrenden Lockdowns plötzlich im Überfluss. Und nicht nur dass, Haustiere bringen Ablenkung und Gesellschaft, die von so vielen Menschen durch die Schließungen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen schmerzlich vermisst werden. Doch unsere tierischen Begleiter sind auch nach der Pandemie auf unsere Fürsorge angewiesen! Derzeit mögen Kurzarbeit und Homeoffice die Haltung von Haustieren vereinfachen, doch wie sieht es danach aus? Tierschützer warnen daher vor spontanen Anschaffungen! Wer kümmert sich um das Tier, wenn die Arbeitstage nicht mehr im Homeoffice sondern wieder im Büro verbracht werden? Oder wenn dem Fernweh wieder nachgegeben werden kann und fremde Länder locken? Tierheime sehen jetzt schon besorgt der Flut an Abgabetieren entgegen, die am Ende der Pandemie droht.

Europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht nötig
Die verstärke Nachfrage hat vor allem den illegalen Handel mit Haustieren befeuert. "Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Haustierboom und der anonyme Verkauf über das Internet, machen es den Händlern besonders leicht", berichtet Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Daher fordert der Tierschutzbund, dass der Internethandel reguliert wird und eine europaweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Haustiere eingeführt wird. So kann ihre Herkunft besser zurückverfolgt werden und erschwert dubiosen Vermehrerzuchten die Arbeit. Des Weiteren bräuchte es eine verbesserte länderübergreifende Zusammenarbeit, sowie häufigere Kontrollen und härtere Strafen für Täter.

Passt ein Haustier wirklich in mein Leben?
Zusammenfassend ist es äußerst wichtig, dass jeder Haustierkauf gut überlegt werden sollte. Wenn vor der Pandemie ein Hund oder eine Katze nur schwer ins eigene Leben gepasst hat, so wird das nach der Pandemie auch noch so sein. Stellen Sie sich vor der Anschaffung eines Haustiers immer folgende Fragen:

  • Habe ich genug Zeit, das Haustier artgerecht zu versorgen? Auch ohne Homeoffice oder Kurzarbeit?
  • Hat jemand in der Familie eine Tierhaarallergie oder andere gesundheitliche Probleme, die gegen die Anschaffung sprechen?
  • Habe ich genug Platz? Ist mein Vermieter mit einem Haustier einverstanden?
  • Kann ich die fixen monatlichen Kosten stemmen? Und unter Umständen auch ungeplante Tierarztkosten bei Verletzungen oder Krankheiten?
  • Wer sorgt für das Tier, wenn ich krank bin oder in den Urlaub fahre?
  • Für Familien: Ist das Haustier mit Kindern vereinbar?

Wenn auch nur eine dieser Fragen nicht mit einem „Ja“ beantwortet werden kann, so sollte von der Anschaffung eines Haustieres abgesehen werden. Wenn Sie jedoch alles gut durchdacht haben, alle Familienmitglieder einverstanden sind und in Ihr Leben ein Haustier passt, so steht der Anschaffung nichts im Wege. Kaufen Sie jedoch unter keinen Umständen Haustiere im Internet! In den Tierheimen in Ihrer Umgebung warten viele Tiere auf ein neues Zuhause, das Fachpersonal vor Ort berät Sie gerne und hilft Ihnen dabei, das passende tierische Familienmitglied zu finden.