Heimische Wildvögel richtig füttern

Futterhaus im Schnee
JPW Peters/pixelio.de

Das Füttern von wilden Vögeln hat in Deutschland eine lange Tradition. Für den Tierliebhaber ist es immer wieder eine Freude, viele unterschiedliche Vogelarten an der Futterstelle zu beobachten. Doch ist eine Vogelfütterung überhaupt sinnvoll? Wann sollte man füttern und welches Futter ist geeignet?

Die Fütterung unserer heimischen Wildvögel ist generell zu befürworten. Denn aufgrund der heutigen Umweltbedingungen wird es für die Tiere immer schwieriger, Futter zu finden. Der Einsatz von Pestiziden in Landwirtschaft und Kleingärten vermindert die Anzahl von Insekten und lässt das Futterangebot schrumpfen. Naturnahe Gärten werden immer seltener und so reduziert sich auch das Angebot an Beeren als Nahrungsquelle. Schon in den warmen Monaten ist die Futtersuche schwer, im Winter droht unseren gefiederten Freunden ohne unsere Hilfe gar der Hungertod.

Wann soll gefüttert werden?
Füttern sollte man im Winter nur bei geschlossener Schneedecke oder bei Dauerfrost. Neben Futter sollte auch Wasser bereitgestellt werden, da dieses im Winter für die Vögel nur schwer erreichbar ist. Am Endes des Winters kann man die Fütterung am besten einstellen. Das hat zwei Gründe: Erstens sollen die Tiere sich nicht daran gewöhnen, d.h. sie dürfen ihre Fähigkeit, selbstständig Futter zu suchen, nicht verlieren. Zweitens muss vermieden werden, dass die Elterntiere das ausgelegte Futter an ihre Jungen verfüttern. Denn die Jungvögel brauchen für ihre Entwicklung zwingend tierisches Eiweiß. Bekommen sie es nicht, können tödliche Entwicklungsstörungen die Folge sein.

Körnerfresser und Weichfutterfresser
Unsere heimischen Wildvögel werden in zwei Gruppen unterteilt. Zum einen gibt es die Körnerfresser, zu denen z.B. Finken, Meisen und Sperlinge zählen. Als Futter für Körnerfresser eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, eingefettete Haferflocken, Mohn, Leinsamen und zerkleinerte Erdnüsse. Weitere Gäste an den Futterstellen sind die Weichfutterfresser - z.B. Amseln, Rotkehlchen, Drosseln oder der kleine Zaunkönig. Weichfutterfresser mögen gerne Obst und Beeren (Holunderbeeren, Beeren der Eberesche, des wilden Weins oder des Weißdorns), Rosinen, Haferflocken und Kleie. Niemals sollte den Tieren salzige Nahrung wie bespw. Speck angeboten werden. Auch Brot gehört nicht auf den Speiseplan, da es schnell verdirbt und außerdem im Magen der Vögel aufquillt.

Wann und wo füttern?
Vogelfutter sollte man zweimal täglich, frühmorgens und nachmittags auslegen. Es ist darauf zu achten, dass den Tieren niemals gefrorenes Futter angeboten wird. Als Futterstelle für die Weichfutterfresser eignet sich ein Futterhäuschen, frei an einem Ast hängend und vor Katzen oder Mardern geschützt. Körnerfresser sollten ihr Futter an einer getrennten Stelle erhalten, um Konflikte unter den Vögeln unterschiedlichen Temperaments zu vermeiden. Damit sich keine Krankheitserreger übertragen und ausbreiten können, sollte man z.B. Futterhäusschen regelmäßig mit heißem Wasser reinigen.

Auf Qualität achten
Neben dem passenden Futter sollten Tierfreunde auch auf dessen Qualität achten. Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel aus Supermarkt & Co. sollten etwa keine Füllstoffe enthalten und nicht mit Sand gestreckt sein. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt es zu beachten, da Vogelfutter nur begrenzt haltbar ist.

Wasservögel
Auch bei Wasservögeln kann eine Zufütterung sinnvoll sein und zwar dann, wenn Seen und Teiche zugefroren sind. Als Futter eignen sich Getreide, Hühnerfutter und weiche Kartoffeln. Brot und Speisereste sind entgegen der weitverbreiteten Praxis als Futtermittel völlig ungeeignet. Wasservögeln sollte man Futter nur am Ufer anbieten, um einen übermäßigen Nährstoffeintrag in die Gewässer zu verhindern. Da liegengebliebenes Futter sich immer schnell mit Kot und somit Krankheitserregern vermischen kann, ist es zu empfehlen, allen Vögeln lieber öfter kleinere Mengen zu füttern.

Zurück

Diese Seite verwendet Cookies entsprechend der Datenschutzrichtline. Weiterlesen …